Präsentation

SpatialAgents. Coding-Agenten arbeiten mit QGIS.

23 Folien: Eröffnung, dreizehn Abschnitte, Schluss. Hördauer 21 min 22 s.

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44 s

Transkript

Willkommen. Diese Folge zeigt, wie Coding-Agenten mit QGIS arbeiten, und sie tut das in dreizehn Abschnitten.

Die ersten vier klären die Begriffe: was ein Coding-Agent ist, wie er ein Werkzeug aufruft, welche GIS-Werkzeuge er von der Kommandozeile aus bedient und wie ein Katalog von Werkzeugen zu ihm kommt.

Die nächsten drei beschreiben den Fachkontext, also Instruktionsdateien, Skills und die Planung. Danach folgt das System mit Ablauf, Geo-API, Plugin und Bridge, und den Schluss bilden Betrieb und Beleg.

Unter jeder Folie steht der gesprochene Text zum Nachlesen.

Konzept 01 · Grundbegriff

Was ist ein Coding-Agent?

Neben einer kurzen Chat-Kette steht die Umgebung des Coding-Agenten: das Sprachmodell im Zentrum, darum die Schleife aus Auftrag, Plan, Werkzeugaufruf und Prüfung, die an einem geprüften Ergebnis oder an einer Rückfrage endet.

1 min 12 s

Transkript

Ein Chat verläuft als Kette aus Frage und Antwort, und jede Antwort ist ein Endpunkt.

Ein Coding-Agent ist kein Sprachmodell, sondern eine Arbeitsumgebung, in die ein Sprachmodell eingebettet ist. Die Umgebung stellt die Werkzeuge bereit, also Dateien lesen und schreiben, Kommandos ausführen und nachschlagen. Und sie stellt die Schleife bereit, die vom Auftrag über den Plan zum Werkzeugaufruf führt, das Ergebnis prüft und zum Plan zurückkehrt.

In dieser Schleife plant das Modell, ruft ein Werkzeug auf und liest das Ergebnis. Trägt der erste Weg nicht, probiert es einen anderen und plant neu.

Die Schleife endet an einem geprüften, brauchbaren Ergebnis oder an einer Rückfrage an den Menschen. Eine Prüfung allein beendet sie nicht, und nach einer Antwort läuft sie weiter.

Ein einzelner Lauf kann mehrere hundert Werkzeugaufrufe umfassen und über zwei Stunden dauern, ohne dass jemand eingreift. Die Erlaubnis dazu wird einmal am Anfang erteilt, nicht bei jedem Schritt.

Solche Umgebungen muss niemand selbst bauen, es gibt sie fertig.

Konzept 01 · Grundbegriff

Drei Coding-Agenten: Claude Code, Codex CLI, OpenCode

Drei Spalten stellen Claude Code, Codex CLI und OpenCode mit Herkunft, Lizenz und Modellen nebeneinander; darunter die vier Gemeinsamkeiten mit je einer Erklärung: Terminal, Anweisungsdatei (AGENTS.md oder CLAUDE.md), Skills und Werkzeugprotokoll (MCP).

1 min 5 s

Transkript

SpatialAgents arbeiten mit drei fertigen Coding-Agenten.

Claude Code kommt von Anthropic; der Quellcode ist nicht veröffentlicht, und es arbeitet mit den Claude-Modellen. Codex kommt von OpenAI, der Quellcode ist frei unter der Apache-2.0-Lizenz, und es arbeitet mit den GPT-Modellen. OpenCode kommt von Anomaly, ebenfalls quelloffen unter der MIT-Lizenz; es ist an keinen Anbieter gebunden und arbeitet auch mit einem Modell, das auf dem eigenen Rechner läuft.

Alle drei laufen im Terminal, lesen dieselbe Anweisungsdatei im Projekt, laden Skills und binden Werkzeuge nach demselben Protokoll an. Deshalb reicht eine Einrichtung für alle drei.

In den Messreihen liefen sieben Modelle, die im Weiteren mit kurzen Namen genannt werden. Opus, Sonnet und Haiku liefen in Claude Code, Sol, Terra und Luna in Codex, und Qwen als lokales Modell in OpenCode.

Offen ist, wie ein Werkzeugaufruf technisch aussieht.

Konzept 02 · Grundbegriff

Werkzeugaufruf

Mit jedem zurückgegebenen Ergebnis füllt sich das begrenzte Kontextband weiter, das unter der Aufrufsequenz liegt.

1 min 5 s

Transkript

Ein Sprachmodell kann nichts ausführen, es kann nur schreiben. Ein Werkzeugaufruf ist deshalb eine Nachricht mit festem Aufbau, die das Werkzeug und seine Eingaben nennt; die Umgebung führt das Werkzeug aus und schreibt das Ergebnis zurück.

Dieses Ergebnis landet im Kontext, also in dem Text, den das Modell bei jedem Schritt vor sich hat. Der Kontext ist begrenzt.

Gemessen wird er in Token. Ein Token ist ein Wort oder ein Teil eines Wortes, und in solchen Einheiten liest und schreibt ein Sprachmodell.

Jedes Ergebnis belegt einen Teil des Kontexts, deshalb kommt es darauf an, wie viel ein Werkzeug zurückgibt.

Wie viel dabei zusammenkommt, hängt am Modell. Bei derselben Aufgabe reicht der mittlere Verbrauch eines Laufs von drei Millionen bis zu fast hundert Millionen Token, und die höhere Zahl steht nicht für die bessere Karte.

Für Geodaten muss man solche Werkzeuge nicht erst bauen, es gibt sie seit Jahrzehnten.

Konzept 03 · Grundbegriff

Kommandozeile und Open-Source-GIS

Die Befehle der Kommandozeile erzeugen Layer als Dateien; die Karte entsteht erst im eigenen Schritt in QGIS.

1 min 1 s

Transkript

Open-Source-GIS-Werkzeuge haben eine Eigenschaft, die für Agenten entscheidend ist: Man bedient sie mit Text.

Die GIS-Werkzeuge der Kommandozeile lesen, schreiben, projizieren und verschneiden Geodaten mit einem Befehl, und QGIS führt seine eigenen Geoalgorithmen über ein solches Kommando aus. Wer lieber in Python arbeitet, schreibt dieselbe Arbeit mit den GIS-Python-Bibliotheken als Skript.

Ein Coding-Agent schreibt genau solche Kommandos, und ein Übersetzer dazwischen ist nicht nötig, weil das Werkzeug schon da ist.

Was ein solcher Befehl erzeugt, ist eine Datei, die in der Fachsprache Layer heißt, also Datenebene. Eine Datenebene enthält Geometrien oder Rasterzellen und ihre Werte, aber noch kein Bild. Die Karte entsteht erst in QGIS, und das ist ein eigener Schritt.

Damit fehlt noch eines: der Weg zu QGIS selbst.

Konzept 04 · Grundbegriff

MCP-Server

Drei Agentensysteme lesen denselben Werkzeugkatalog, den die Bridge als lokaler Server für QGIS bereitstellt.

1 min 7 s

Transkript

Damit ein Agent eine Anwendung bedienen kann, braucht er eine Liste ihrer Werkzeuge. Das Model Context Protocol, kurz MCP, legt fest, wie eine Anwendung diese Liste bereitstellt.

Jeder Eintrag nennt drei Dinge: den Namen des Werkzeugs, wofür es gut ist und welche Angaben es erwartet.

Ein Agent liest diese Liste, sobald er startet. Von da an steht sie in seinem Kontext, und er weiß, was die Anwendung kann.

Für QGIS gibt es einen solchen Server, die SpatialAgents-Bridge. Sie bietet 67 Werkzeuge an, geordnet in neun Gruppen. Die reichen vom Öffnen eines Projekts und dem Lesen seines Zustands über das Laden von Layern und das Abfragen ihrer Objekte bis zur Karte, zum Druck-Layout und zu länger laufenden Aufträgen. Die Bridge läuft als Prozess auf demselben Rechner wie QGIS.

Womit gearbeitet wird, ist damit geklärt. Wie im Projekt gearbeitet wird, steht in einer eigenen Datei.

Konzept 05 · Fachkontext

Instruktionsdateien

Eine einzige Anweisungsdatei versorgt Codex CLI, Claude Code und OpenCode mit denselben Projektregeln.

52 s

Transkript

Bevor ein Agent arbeitet, liest er eine Datei mit Anweisungen, die im Projekt liegt; jeder der drei Coding-Agenten kennt eine solche Datei unter seinem eigenen Namen. Darin steht, wie im Projekt gearbeitet wird.

Üblicherweise stehen vier Dinge darin: die Regeln der Arbeit, der Aufbau des Verzeichnisses, die verfügbaren Werkzeuge und die Prüfungen, die ein Ergebnis bestehen muss.

Bei SpatialAgents gibt es diesen Fachkontext nur einmal. Codex, Claude Code und OpenCode lesen denselben Text und arbeiten nach denselben Regeln, und wer die Arbeitsweise ändert, ändert eine Datei statt drei Konfigurationen.

Das gilt für das ganze Projekt. Fachwissen für einzelne Aufgaben steht woanders und wird erst geladen, wenn es gebraucht wird.

Konzept 06 · Fachkontext

Skills

Von vier Skills ist einer in den Kontext geladen und zeigt seine drei Bestandteile; daneben steht der Kontext beim Start und nach dem Laden dieses einen Skills.

50 s

Transkript

Ein Skill ist Fachwissen in einem Ordner: eine Beschreibung, dazu Referenzen und Skripte. Ein Agentensystem liest zu Beginn nur die Beschreibungen, und erst wenn eine Aufgabe zu einem Skill passt, lädt es ihn in den Kontext.

Der Gewinn liegt im Kontext, denn was nicht geladen ist, belegt keinen Platz.

Vier Skills gehören zum System. Der erste beschreibt die Werkzeuge der Bridge, der zweite die Gestaltung von Layern, der dritte die Druck-Layouts und der vierte die Diagramme in der Karte.

Der Anwender sagt in normaler Sprache, was er braucht, und das Fachwissen dazu steht im Skill; QML oder Layout-Interna muss niemand kennen.

Damit ist beschrieben, was ein Agentensystem weiß. Wie es daraus einen Plan für eine große Aufgabe macht, zeigt die agentische Planung.

Konzept 07 · Fachkontext

Agentische Planung

Der Auftrag wird in vier Teilaufgaben aufgeteilt, die SpatialAgents nacheinander abarbeiten, drei mit Python oder auf der Kommandozeile im Workspace, die Karte über QGIS-Plugin und Bridge; die Prüfung führt zum Auftrag zurück.

46 s

Transkript

Eine Gefahrenanalyse für eine Stadt ist keine Aufgabe für einen Schritt. SpatialAgents zerlegen sie in vier Teilaufgaben, nämlich Daten beschaffen, Geometrien prüfen, Indizes rechnen und Karte erzeugen, und legen diese Zerlegung als Plan an. Die vier Teilaufgaben arbeiten sie nacheinander ab: drei davon mit Python oder auf der Kommandozeile im Workspace, die Karte über das QGIS-Plugin und die Bridge. Der Plan bleibt dabei die Mitte der Arbeit und wird nach jedem Teilergebnis fortgeschrieben. Eine Prüfung, die nicht aufgeht, führt zum Auftrag zurück und erzeugt einen weiteren Schritt. Der Plan entsteht, bevor die Arbeit beginnt.

Konzept 07 · Fachkontext

Der Plan entsteht vor der Arbeit

Drei Spalten: links die Eingaben Auftrag, Skill-Beschreibungen und Datenbestand im Workspace; in der Mitte der Plan mit vier nummerierten Teilaufgaben, je mit Werkzeug und Prüfung; rechts der Anwender, der den Plan ändert oder freigibt, und erst dann beginnt die Arbeit.

56 s

Transkript

Bevor ein Coding-Agent eine Datei anfasst, liest er. Er liest den Auftrag, die Kurzbeschreibungen der Skills und den Datenbestand im Workspace.

Dann schreibt er den Plan. Der Plan nennt die Teilaufgaben in ihrer Reihenfolge. Zu jeder Teilaufgabe nennt er das Werkzeug und die Prüfung, mit der sie endet. Und er nennt die Skills und Datenquellen, die er dafür nutzt.

Alle drei Coding-Agenten kennen diesen Schritt. Claude Code hat dafür den Planmodus: Der Coding-Agent liest und schlägt einen Plan vor, ändert aber nichts, bis der Anwender zustimmt. OpenCode bringt einen eigenen Plan-Agenten mit, der nur liest. Codex nennt das Planen als ersten Schritt vor jeder Änderung.

Der Anwender liest den Plan, ändert ihn oder gibt ihn frei. Erst dann beginnt die Arbeit.

Jede Zeile des Plans endet mit einer Prüfung.

Konzept 07 · Fachkontext

Jede Teilaufgabe endet mit einer Prüfung

Eine Schleife: Teilaufgabe ausführen, dann die Prüfung mit den Fragen Datei vorhanden, Geometrien gültig, Screenshot passt; bestanden führt zur nächsten Teilaufgabe, nicht bestanden führt gestrichelt zurück zur Ausführung; darunter die Regel aus Benchmark 08 mit höchstens zwei Wiederholungen je Phase und danach die Rückfrage an den Menschen.

54 s

Transkript

Der Plan nennt zu jeder Teilaufgabe eine Prüfung, bevor die Arbeit beginnt. Liegt die Datei vor? Sind die Geometrien gültig? Zeigt der Screenshot die Karte, die der Auftrag verlangt?

Besteht das Ergebnis, schreibt der Coding-Agent es in den Plan und geht zur nächsten Teilaufgabe.

Besteht es nicht, geht er zurück. Er liest die Fehlermeldung, ändert den Schritt und führt ihn noch einmal aus. Benchmark 8 erlaubt dafür höchstens zwei Wiederholungen je Phase, und jede Wiederholung steht im Ergebnisprotokoll.

Trägt auch die Wiederholung nicht, endet die Schleife an einer Rückfrage an den Menschen. Das ist die Regel aus dem ersten Abschnitt: Die Schleife endet an einem geprüften Ergebnis oder an einer Frage.

Wie ein solcher Plan in einer Messreihe aussieht, zeigt Benchmark 8.

Konzept 07 · Fachkontext

Der Plan im Benchmark 08

Oben die acht Phasen der Aufgabe als nummerierte Kacheln in zwei Reihen; unten links das Kriterium 1, initialer Plan mit 5 Punkten, was es verlangt und die Größe des Prompts in Wörtern und Zeilen; unten rechts sieben Balken mit dem Mittel je System für dieses Kriterium, von 5,00 bis 3,33.

1 min 7 s

Transkript

Die Aufgabe von Benchmark 8 kommt in acht Phasen, die mit Studiengebiet, Daten und Terrain-Ableitungen beginnen. Dann folgen sechs Gefahren und ihr Komposit, die Exposition mehrerer Geometrietypen sowie Statistik und Diagramme. Den Schluss bilden Hochrisiko und Evakuierung, die Klimaszenarien bis 2050 und das QGIS-Projekt mit Bericht. Jede Phase endet mit einem Screenshot.

Der Auftrag verlangt vor der Arbeit einen Plan, und das erste Kriterium der Bewertung gibt dafür fünf Punkte. Der Plan nennt die Phasen in ihrer Reihenfolge und die genutzten Skills und Datenquellen, und er liest sich als Entwurf, nicht als Zusammenfassung danach.

Vier der sieben Systeme holten in allen drei Läufen die vollen fünf Punkte; am unteren Ende lag Haiku mit gut drei Punkten im Mittel.

Der Plan ist der günstige Teil der Arbeit. Ob Teile davon nebeneinander laufen können, zeigt die nächste Folie.

Konzept 07 · Fachkontext

Unabhängige Teile als weitere SpatialAgents

Links ein dunkles Panel: der Coding-Agent mit dem Plan verteilt drei unabhängige Teile an drei SpatialAgents mit eigenem Kontext, deren Ergebnisse als Dateien im gemeinsamen Workspace landen und in den Plan zurückgehen; rechts drei Karten mit der Dokumentation bei Claude Code, Codex CLI und OpenCode und der Regel, dass das nur für unabhängige Teile gilt.

55 s

Transkript

Manche Teilaufgaben hängen nicht voneinander ab. Ein Beispiel sind die sechs Gefahren-Indizes in Benchmark 8: Jeder entsteht aus den Basisdaten, keiner aus einem anderen Index.

Für solche Teile kann ein Coding-Agent weitere SpatialAgents starten. Jeder bekommt einen eigenen Auftrag und einen eigenen Kontext. Alle arbeiten im gemeinsamen Workspace und legen ihr Ergebnis als Datei ab. Der Plan bleibt bei dem Coding-Agenten, der sie gestartet hat. Er führt die Ergebnisse zusammen und geht zur nächsten Teilaufgabe.

Der Gewinn liegt im Kontext. Die Werkzeugergebnisse eines Teils landen im Kontext des weiteren SpatialAgents, nicht im Hauptkontext.

Alle drei Coding-Agenten dokumentieren das als Subagenten.

Was nach der Freigabe geschieht, zeigt der Ablauf einer Aufgabe.

Konzept 08 · System

Der Ablauf einer Aufgabe

Oben ein Balken mit der Laufzeit von Claude Opus 5 je Lauf, aufgeteilt in Modell, Geoverarbeitung, QGIS und Übrige; darunter vier Stationen nach der Freigabe: der freigegebene Plan aus Konzept 7, die Werkzeugschleife mit Dateien im Workspace, die Bridge mit Layern und Karte in QGIS, die Prüfung mit Screenshot über die Bridge und einem gestrichelten Rückweg in die Schleife.

1 min 4 s

Transkript

Der Plan ist freigegeben. Was dann geschieht, hat drei Stationen und eine Prüfung.

Zuerst läuft die Werkzeugschleife: Der Coding-Agent ruft Werkzeuge auf, und im Workspace entstehen Dateien. Der Workspace ist das gemeinsame Verzeichnis für SpatialAgents und QGIS, und gerechnet wird dort mit Python und auf der Kommandozeile.

Dann wirkt die Bridge in QGIS, wo aus den Dateien Layer werden und aus den Layern eine Karte.

Zum Schluss folgt die Prüfung, die der Plan für diese Teilaufgabe nennt. Die Bridge holt einen Screenshot und die Angaben zu den Layern aus QGIS, und passt das Ergebnis nicht, geht es zurück in die Schleife.

Die Zeit verteilt sich ungleich. Bei Opus entfielen von gut vierzig Minuten Laufzeit im Mittel mehr als zwei Drittel auf das Modell, knapp ein Drittel auf die Geoverarbeitung und nur wenige Sekunden auf QGIS.

Wie kurz der Rechenteil ausfällt, hängt an der Bibliothek, mit der gerechnet wird.

Konzept 09 · System

Geospatial API und Tokeneffizienz

Eine lange Kette von Einzelschritten füllt das Kontextband, während drei verkettete Aufrufe der Bibliothek es kurz halten.

1 min 0 s

Transkript

Die Geospatial API, kurz Geo-API, ist eine Python-Bibliothek, geschrieben für den Gebrauch durch Agenten. Ein Aufruf holt Daten, ein zweiter rechnet, und ein dritter schreibt das Ergebnis als Datei.

Ohne sie entsteht dieselbe Arbeit als lange Kette von Einzelschritten, bei der jeder Schritt ein Zwischenergebnis liefert und jedes Zwischenergebnis im Kontext landet.

Vier Eigenschaften senken den Tokenaufwand. Die Aufrufe sind deklarativ und lassen sich aneinanderhängen. Vor dem Laden lässt sich zählen, wie viele Objekte eine Abfrage trifft. Fehlermeldungen nennen den nächsten sinnvollen Schritt. Und der Aufruf geht direkt aus Python oder von der Kommandozeile heraus, ohne Umweg über einen Werkzeug-Wrapper.

Die Geo-API stand in den Läufen der Messreihen zur Verfügung.

Damit ist der Rechenteil beschrieben. Der Weg zurück nach QGIS führt über Plugin und Bridge.

Konzept 10 · System

Plugin und Bridge

Auf dem Hinweg stehen neun Gruppen von QGIS-Operationen, auf dem Rückweg Projektzustand, Layerliste und Screenshot, abgesichert durch lokale Verbindung und Zustimmung.

56 s

Transkript

Das Plugin macht das geöffnete QGIS-Projekt für SpatialAgents erreichbar. Es öffnet eine Verbindung, die nur auf diesem Rechner gilt und einen Zugangsschlüssel verlangt.

Über diese Verbindung kommen Werkzeugaufrufe an, und die Bridge setzt sie in QGIS-Operationen um: Sie lädt Layer, gestaltet sie, bewegt die Karte und baut Druck-Layouts.

Zurück gehen drei Dinge, nämlich der Zustand des Projekts, die Liste der Layer und ein Bild der Karte. Dieses Bild ist die Art, wie ein Coding-Agent sein eigenes Ergebnis ansieht.

Zwei Grenzen gelten dabei. Eingriffe, die das Projekt verändern, legt QGIS dem Anwender zur Bestätigung vor, und in QGIS läuft kein beliebiger Programmcode, sondern nur die deklarierte Operation.

Gerechnet wird deshalb an einer anderen Stelle.

Konzept 11 · System

Steuern und Rechnen

Steuerung und Berechnung laufen in getrennten Bahnen: oben die Bridge-Operationen in QGIS, unten Python-Bibliotheken, Kommandozeilenwerkzeuge, Websuche, Datendownload und Datenprüfung im Workspace; sie treffen sich dort, wo eine Datei aus dem Workspace als Layer in QGIS geladen wird.

56 s

Transkript

SpatialAgents trennen zwei Arten von Arbeit: das Steuern von QGIS und das Rechnen mit Geodaten.

Gesteuert wird über die Bridge: Layer laden, gestalten, die Karte bewegen, ein Druck-Layout bauen, einen Screenshot holen.

Gerechnet wird im Workspace: mit Python-Bibliotheken, mit Kommandozeilenwerkzeugen, dazu Websuche, Datendownload und die Prüfung vorhandener Vektor- und Rasterdaten.

Das hat zwei Folgen. QGIS bleibt bedienbar, weil keine lange Rechnung die Oberfläche anhält. Und jedes Ergebnis liegt als Datei vor, die sich unabhängig vom Projekt öffnen und nachrechnen lässt.

An einer Stelle treffen sich beide Bahnen. Im Workspace entsteht ein GeoPackage, und die Bridge lädt es als Layer in das Projekt.

Offen ist noch, wo das Sprachmodell dabei rechnet.

Konzept 12 · Betrieb und Beleg

Lokal oder Cloud

Links die Cloud-Modelle von Anthropic und OpenAI mit ihren Mittelwerten aus Benchmark 08, rechts das Modell auf dem Notebook, Qwen3.8-Flash-Next mit 83,7 Punkten; beide Wege führen zur selben QGIS-Karte.

59 s

Transkript

Welches Sprachmodell rechnet, ist eine Einstellung. Dieselbe Aufgabe läuft mit einem Modell in der Cloud oder mit einem Modell auf dem eigenen Notebook, während Werkzeuge, Skills und die Verbindung zu QGIS dieselben bleiben.

Der letzte Abschnitt stellt eine Messreihe vor, Benchmark 8. Sie hat beide Wege gemessen und jeden Lauf nach denselben Kriterien auf einer Skala von hundert Punkten bewertet. Sieben Systeme aus Agent und Modell lösten dieselbe Gefahren- und Klimaanalyse für Stuttgart, jedes davon drei Mal.

Eines dieser Modelle lag dabei auf dem Schreibtisch: Qwen lief auf einem Notebook, erreichte knapp 84 von hundert Punkten und lag damit vor allen drei Cloud-Modellen von OpenAI.

Im lokalen Betrieb verlässt keine Anfrage das eigene Netz, und beide Wege führen zur selben QGIS-Karte.

Ob ein System die Aufgabe löst, entscheidet die Messung.

Konzept 13 · Betrieb und Beleg

Belege durch Messreihen

Aus Aufgabe, Läufen, Kriterien und Punkten entsteht eine Medaille; darunter stehen die beiden veröffentlichten Akten.

1 min 1 s

Transkript

Ob ein System eine Aufgabe löst, zeigt eine Messreihe, und dafür gibt es Benchmarks.

Ein Benchmark ist eine feste Fachaufgabe mit einem Bewertungsrahmen. Jedes Modell bearbeitet sie mehrmals, jeder Lauf wird nach denselben Kriterien bewertet, und aus den Punkten wird eine Medaille.

Zwei Akten sind veröffentlicht. Die erste heißt Benchmark 8: Sieben Systeme aus Agent und Modell lösen dieselbe Gefahren- und Klimaanalyse für Stuttgart, jedes System drei Mal.

Die zweite ist die Behördenakte Alpen mit acht Aufgaben aus dem Amtsalltag auf offenen Katasterdaten, ALKIS, der Gemeinde Alpen am Niederrhein. Sonnet aus der Cloud trat gegen Qwen auf einem Notebook an, und das lokale Modell holte in allen gewerteten Läufen Gold.

Die Läufe nutzten das Forschungssystem mit zusätzlichen Fachskills für Geoprocessing und der Geospatial API.

Die beiden Akten zeigen die Ergebnisse im Einzelnen.

Konzept 13 · Betrieb und Beleg

Benchmark 08: Punkte nach Modell

Balken der sieben Systeme nach Mittelwert aus drei Läufen, gefärbt nach dem Coding-Agenten, mit der Spanne der Läufe je System.

45 s

Transkript

Benchmark 8 hat sieben Systeme gemessen. Jedes System lief dreimal, und jeder Lauf bekam Punkte auf einer Skala bis hundert. Die Spanne der drei Läufe steht neben jedem Balken.

Die Spanne ist groß: Vorn liegt Opus mit 91 Punkten im Mittel, am Ende Haiku mit knapp 55, und dazwischen stehen Sonnet, Sol, Terra und Luna.

Auf Platz drei steht das lokale Modell. Qwen erreicht knapp 84 Punkte und liegt damit vor allen drei Cloud-Modellen von OpenAI, obwohl es auf einem Notebook lief.

Was die Läufe an Token und Geld gekostet haben, zeigt die nächste Folie.

Konzept 13 · Betrieb und Beleg

Benchmark 08: Token und Kosten je Lauf

Zwei Balkenreihen der sieben Systeme in der Reihenfolge ihrer Punkte: links Millionen Token je Lauf, rechts US-Dollar je Lauf, der lokale Lauf mit Strom statt Token.

53 s

Transkript

Dieselbe Aufgabe kostet je nach Modell sehr unterschiedlich viel Kontext.

Am meisten liest Sonnet mit gut 94 Millionen Token je Lauf, am wenigsten Haiku mit drei Millionen; die drei Modelle von OpenAI liegen bei knapp 20 Millionen. Der größte Teil davon ist gelesener Kontext, nicht Ausgabe.

In Geld heißt das, Stand September 2026: Der teuerste Lauf kostet bei Opus gut 25 US-Dollar, der günstigste Cloud-Lauf bei Luna gut einen halben Dollar. Der lokale Lauf mit Qwen zahlt Strom statt Token, sechs Cent.

Mehr Token bedeuten nicht mehr Punkte, denn Sonnet liest fast dreimal so viel wie Opus und erreicht weniger.

Wie viele Werkzeugaufrufe dahinterstehen und wie lange ein Lauf dauert, zeigt die nächste Folie.

Konzept 13 · Betrieb und Beleg

Benchmark 08: Werkzeugaufrufe und Laufzeit

Zwei Balkenreihen der sieben Systeme in der Reihenfolge ihrer Punkte: links Werkzeugaufrufe je Lauf, rechts Laufzeit je Lauf in Minuten an der Wanduhr.

53 s

Transkript

Ein Lauf besteht aus hunderten Werkzeugaufrufen. Die meisten braucht Qwen mit knapp 400 je Lauf, die wenigsten Haiku mit gut 60, und die übrigen fünf Modelle liegen zwischen 220 und 360.

Die Laufzeit ist an der Wanduhr gemessen. Haiku ist nach gut neun Minuten fertig, Qwen braucht mit knapp 130 Minuten am längsten, und die Cloud-Modelle von OpenAI und Anthropic liegen zwischen einer halben Stunde und einer Stunde.

Beim lokalen Modell geht der größte Teil der Zeit an das Modell selbst, weil es mit gut 30 Token je Sekunde rechnet, während die Claude-Modelle auf 86 bis 103 kommen.

Mehr Aufrufe bedeuten nicht mehr Zeit: Sol braucht weniger Aufrufe als Opus und ist trotzdem später fertig.

Die Benchmarkakte zeigt die Läufe im Einzelnen.

Schluss

Von hier aus weiter.

Das Institut für holistische Technologieforschung GmbH entwickelt das System. Projekte, Einrichtung, Schulung und Betreuung übernimmt die Geoinformatikbüro Dassau GmbH (GBD) ↗.

Stand: 19.09.2026

20 s

Transkript

Drei Wege führen von hier weiter.

Der Schnellstart führt in sechs Schritten vom Plugin bis zur ersten Karte, die beiden Akten zeigen die gemessene Facharbeit mit Aufgabe, Kriterien und Läufen, und die Dokumentation beschreibt Verbindung, Workspace und Fehlersuche.

Danke fürs Zuhören.